Unter Kunstrasen gehört ein verdichteter, wasserdurchlässiger Aufbau aus zwei Schichten: 8 bis 10 cm Schotter 0/32 als Tragschicht und darüber 3 bis 5 cm Brechsand 0/5 als Ausgleichsschicht. Keine Folie: Die hält das Wasser fest, das weg soll.
Auf festen Untergründen wie Beton, Estrich oder Fliesen entfällt dieser Aufbau. Dort wird der Rasen direkt verlegt, solange ein Gefälle oder ein Ablauf vorhanden ist.
Warum der Untergrund über die Lebensdauer entscheidet
Der häufigste Schaden an Kunstrasenflächen ist kein Materialfehler. Er entsteht darunter.
Ein günstiger Rasen auf einem sauberen Schotterbett hält länger als eine Premiumqualität auf gewachsenem Lehm.
Staut sich Wasser zwischen Rasenrücken und Boden, bleibt die Fläche dauerhaft feucht. Der Rücken quillt, Nähte lösen sich, und in Schattenlagen setzt sich Moos in der Faser fest. Bei Hundehaltung kommt Geruch dazu, weil Urin nicht abläuft, sondern in einer geschlossenen Schicht stehen bleibt.
Dagegen hilft auch die beste Qualität nicht: Die UV-Stabilisierung schützt das Garn gegen Sonne, nicht gegen einen Aufbau, der Wasser staut.
Die beiden Schichten im Einzelnen
Die Tragschicht: Schotter 0/32
Die Tragschicht aus Schotter 0/32 oder Mineralgemisch 0/45 ist 8 bis 10 cm stark. Sie trägt die Fläche, verteilt Punktlasten und leitet Regenwasser nach unten und zur Seite ab. Die Körnung ist bewusst grob und gemischt: Große Steine tragen, kleine füllen die Zwischenräume, und beim Verdichten verzahnt sich beides.
Die Ausgleichsschicht: Brechsand, kein Spielsand
Die Ausgleichsschicht aus Brechsand 0/5 ist 3 bis 5 cm stark. Sie hat eine einzige Aufgabe: eine ebene Auflage schaffen, damit die groben Steine der Tragschicht nicht durch den Rasenrücken drücken. Entscheidend ist das Wort Brechsand. Er hat gebrochene Kanten und bleibt nach dem Verdichten stabil. Runder Spielsand oder Rheinsand verzahnt sich nicht. Die Schicht bleibt weich und die Fläche bekommt nach einem Jahr Wellen.
Warum keine Folie unter den Kunstrasen gehört
Diese Empfehlung hält sich hartnäckig, und sie ist falsch. Eine Folie ist wasserdicht. Genau das ist das Problem: Alles, was von oben durch den Rasen läuft (Regen, Gartenschlauch, Hundeurin), sammelt sich darauf.
Was Sie stattdessen brauchen können, ist ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies. Es sieht ähnlich aus, tut aber das Gegenteil: Es lässt Wasser durch und hält Wurzeln auf. Sinnvoll ist es bei Böden mit hartnäckigen Wurzelunkräutern wie Giersch oder Quecke. Auf einem sauberen Sandboden können Sie es weglassen.
Und ein Vlies hilft nur gegen Durchwuchs von unten, nicht gegen Anflug von oben. Samen, die auf der Fläche landen und in die Sandschicht fallen, keimen trotzdem. Dagegen hilft nur gelegentliches Abfegen.
Sonderfälle
Beton, Estrich und Fliesen. Hier entfällt der Erdaufbau vollständig. Voraussetzung ist, dass Wasser wegkann, über ein vorhandenes Gefälle oder einen Ablauf. Alles Weitere dazu steht auf Kann Kunstrasen auf Beton verlegt werden?. Bei glatten, harten Flächen empfiehlt sich zusätzlich eine Dränage- oder Falldämpfungsmatte: Sie gleicht kleine Unebenheiten aus und macht die Fläche angenehmer zu begehen.
Dachterrasse und Flachdach. Hier zählt vor allem das Gewicht. Ein Schotteraufbau kommt selten infrage, weil die Statik ihn nicht trägt. Üblich ist eine Dränagematte direkt auf der Abdichtung, darauf der Rasen. Prüfen Sie unbedingt, dass die vorhandene Entwässerung frei bleibt, und befestigen Sie die Bahnen gegen Windsog, ohne die Abdichtung zu durchbohren.
Bestehender Kunstrasen. Alte Bahnen kommen herunter. Ein zweiter Rasen auf einem alten liegt weich auf, die Nähte der unteren Schicht zeichnen sich durch, und das Wasser läuft durch zwei Rücken statt einen.
Häufige Fehler
- Zu wenig verdichtet. Wer die Rüttelplatte spart, bekommt innerhalb eines Jahres Kuhlen. Verdichten Sie lagenweise, nicht eine dicke Schicht auf einmal.
- Runder Sand statt Brechsand. Sieht gleich aus, verhält sich völlig anders.
- Kein Gefälle. Auch ein wasserdurchlässiger Aufbau nimmt bei Starkregen nicht alles auf.
- Grasnarbe liegen gelassen. Sie verrottet und die Fläche sackt.
- Randabschluss vergessen. Ohne Einfassung wandert die Sandschicht seitlich aus, und die Kanten sacken zuerst ab.
Wie viel Material Sie brauchen
Aufgeteilt, für 10 cm Tragschicht und 4 cm Ausgleichsschicht:
| Material | Körnung | Menge für 10 m² |
|---|---|---|
| Schotter | 0/32 | 1,2 bis 1,5 t |
| Brechsand | 0/5 | 0,5 bis 0,8 t |
Die Spanne kommt daher, dass sich das Material beim Verdichten setzt. Kalkulieren Sie eher am oberen Ende: Schotter nachbestellen kostet mehr Zeit als Geld.
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Den Unterbau für Kunstrasen aufbauen
Sechs Schritte vom gewachsenen Boden bis zur fertigen Fläche, auf der der Rasen ausgerollt wird. Hier steckt die eigentliche Arbeit, und hier entscheidet sich, wie lange die Fläche hält.
Material
- Schotter 0/32 oder Mineralgemisch 0/45 für die Tragschicht
- Brechsand 0/5 für die Ausgleichsschicht
- Unkrautvlies, wasserdurchlässig (optional)
- Randsteine, Kantenbänder oder Holzbalken für die Einfassung
Werkzeug
- Spaten, Schaufel und Schubkarre oder Minibagger
- Rüttelplatte, mindestens 100 kg
- Richtlatte oder Abziehlehre
- Wasserwaage oder Schnur mit Gefällemaß
Ausheben und Grasnarbe entfernen
Heben Sie die Fläche 10 bis 15 cm unter das gewünschte Endniveau aus. Die alte Grasnarbe muss vollständig weg, samt Wurzeln: Organisches Material verrottet später und die Fläche sackt ungleichmäßig ab.
Gefälle anlegen
Ziehen Sie den Untergrund mit etwa 1 bis 2 % Gefälle vom Haus weg ab. Auch wenn der Aufbau Wasser versickern lässt: Bei Starkregen läuft mehr Wasser oberflächlich ab, als jede Drainage aufnimmt.
Vlies auslegen, wenn nötig
Auf Böden mit hartnäckigen Wurzelunkräutern wie Giersch oder Quecke legen Sie ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies auf den gewachsenen Boden, mit 10 cm Überlappung. Auf sauberen Sandböden können Sie darauf verzichten.
Tragschicht einbauen und verdichten
Bringen Sie 8 bis 10 cm Schotter 0/32 ein und verdichten Sie ihn lagenweise mit der Rüttelplatte. Diese Schicht trägt die Fläche und führt das Wasser ab. Verdichten Sie in zwei Durchgängen statt in einem dicken.
Ausgleichsschicht abziehen
Ziehen Sie 3 bis 5 cm Brechsand 0/5 mit der Richtlatte glatt ab und verdichten Sie erneut. Diese Schicht gleicht die groben Steine aus, damit der Rasen später eben aufliegt. Jede Unebenheit, die Sie jetzt stehen lassen, sehen Sie hinterher im fertigen Rasen.
Prüfen, bevor der Rasen kommt
Legen Sie die Richtlatte über die Fläche und suchen Sie Kuhlen. Treten Sie über die gesamte Fläche. Wo Sie einsinken, ist zu wenig verdichtet. Korrigieren Sie jetzt, denn danach liegt der Rasen darüber.
Häufige Fragen
Welcher Untergrund wird für Kunstrasen benötigt?
Ein verdichteter, wasserdurchlässiger Aufbau aus zwei Schichten: 8 bis 10 cm Schotter 0/32 als Tragschicht und darüber 3 bis 5 cm Brechsand 0/5 als Ausgleichsschicht. Beide Schichten werden mit der Rüttelplatte verdichtet. Auf festen Untergründen wie Beton oder Fliesen entfällt der Aufbau, dort wird der Rasen direkt verlegt.
Muss unter Kunstrasen eine Folie?
Nein, im Gegenteil. Eine Folie hält genau das Wasser fest, das nach unten weg soll. Darunter steht dann Nässe, der Rücken des Rasens leidet und bei Hundehaltung entsteht Geruch. Wenn Sie etwas gegen Unkraut brauchen, nehmen Sie ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies. Das ist etwas anderes als Folie.
Wie dick muss der Untergrund unter Kunstrasen sein?
Für eine normale Gartenfläche rechnen Sie mit 10 bis 15 cm Gesamtaufbau: 8 bis 10 cm Tragschicht plus 3 bis 5 cm Ausgleichsschicht. Auf sehr lehmigen Böden oder wo die Fläche befahren wird, darf die Tragschicht dicker ausfallen.
Kann ich Kunstrasen auf den alten Rasen legen?
Davon raten wir ab. Die Grasnarbe verrottet unter der Bahn, die Fläche sackt ungleichmäßig ab und es entstehen Mulden, die sich nur beheben lassen, indem man alles wieder aufnimmt. Dazu kommt, dass Wasser im verdichteten Boden darunter steht statt zu versickern.
Welcher Sand gehört unter Kunstrasen?
Brechsand 0/5, auch Splitt- oder Edelsplittsand genannt. Er hat gebrochene Kanten und verzahnt sich beim Verdichten. Runder Spielsand oder Rheinsand ist ungeeignet: Die runden Körner verzahnen sich nicht, die Schicht bleibt weich und die Fläche bekommt Wellen.
Braucht Kunstrasen eine Drainage?
Eine zusätzliche Drainage ist bei normalen Gartenböden meist nicht nötig, weil der Schotteraufbau selbst das Wasser abführt und die Rasenbahnen bei unseren Qualitäten 60 Liter pro Minute und m² durchlassen. Nötig wird sie dort, wo das Wasser unten nicht weg kann: bei stark verdichtetem Lehm oder hohem Grundwasserstand.
Was kostet der Unterbau?
Die Materialkosten für Schotter und Brechsand liegen deutlich unter den Kosten des Rasens, der Arbeitsaufwand dagegen darüber. Rechnen Sie pro 10 m² Fläche mit rund 1,2 bis 1,5 Tonnen Schotter und 0,5 bis 0,8 Tonnen Brechsand. Wer das selbst macht, sollte einen Tag pro 20 bis 30 m² einplanen.




