Kunstrasen wird von der Rückseite geschnitten, zwischen zwei Stichreihen und in mehreren flachen Zügen. Diese drei Punkte entscheiden darüber, ob man die Kante später sieht.
Von oben zu schneiden ist der Fehler, der praktisch immer gemacht wird: Dabei fallen Halme mit weg, und an der Schnittlinie bleibt ein schmaler Streifen, auf dem weniger steht als daneben.
Das Werkzeug
Ein Hakenmesser ist die richtige Wahl. Seine gebogene Klinge greift ins Trägergewebe, statt daran abzurutschen, und sie führt sich in der Rille zwischen zwei Stichreihen fast von selbst.
Ein normales Cuttermesser funktioniert auch. Rechnen Sie dann mit deutlich mehr Klingenwechseln: Kunstrasenrücken stumpft schnell ab, und eine stumpfe Klinge zieht in die Stichreihe hinein statt daneben zu bleiben.
Dazu brauchen Sie eine Richtlatte oder ein gerades Brett und etwas zum Anzeichnen.
Vor dem ersten Schnitt: liegen lassen
Frisch abgerollt steht die Bahn unter Spannung. Wer sofort schneidet, schneidet in ein Material, das sich danach noch bewegt. Die Kante sitzt hinterher woanders.
Ein bis zwei Stunden ausgelegt liegen lassen reicht. Bei Kälte länger.
Die Fabrikkante
An jeder Bahn sind die äußeren zwei bis drei Stichreihen nicht gleichmäßig getuftet. Für einen freien Rand am Beet spielt das keine Rolle. An einer Stoßkante gegen eine zweite Bahn schon: Bleiben diese Reihen stehen, fehlt an der Naht Garn, und man sieht eine Linie.
Deshalb gilt die Regel: An jeder Naht beide Fabrikkanten abschneiden. Was passiert, wenn man es nicht tut, steht auf Warum sieht man meine Kunstrasen-Naht?
Um Hindernisse herum
Bäume, Pfosten, Abläufe. Bahn darüberlegen, andrücken, von oben einen Kreuzschnitt bis zur Mitte setzen. Dann von der Rückseite in kleinen Schritten erweitern, bis die Öffnung passt. Zu groß geschnitten lässt sich nicht zurücknehmen.
Rundungen. Nicht in einem Bogen schneiden, sondern in vielen kurzen geraden Schnitten. Zeichnen Sie die Linie vorher mit einem Gartenschlauch oder einem Seil an, das gibt eine gleichmäßigere Kurve als die freie Hand.
Feste Ränder. An Mauern, Terrassenkanten und Beeteinfassungen fünf bis zehn Zentimeter Zugabe stehen lassen und erst ganz zum Schluss abschneiden, wenn die Bahn endgültig liegt.
Beurteilen erst nach dem Bürsten
Eine frisch geschnittene Kante sieht immer schlecht aus: Die Halme liegen vom Messer flach. Erst wenn Sie quer darüber gebürstet haben, richten sie sich auf und legen sich über den Schnitt.
Beurteilen Sie Ihre Arbeit deshalb nie direkt nach dem Schnitt. Die meisten Kanten, die während der Arbeit misslungen wirken, sind nach dem Aufbürsten unsichtbar.
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Kunstrasen zuschneiden
Der Zuschnitt entscheidet darüber, ob man die Kante später sieht. Geschnitten wird von der Rückseite, zwischen zwei Stichreihen, in mehreren flachen Zügen.
Material
- Kunstrasenbahn, mindestens zwei Stunden entspannt ausgelegt
Werkzeug
- Hakenmesser mit scharfer Klinge
- Ersatzklingen
- Richtlatte oder gerades Brett
- Kreide oder Filzstift
- Kunstrasenbesen
Bahn ruhen lassen
Rollen Sie die Bahn aus und lassen Sie sie ein bis zwei Stunden liegen, bevor Sie schneiden. Frisch abgerollt steht das Material unter Spannung, und ein Schnitt in gespanntes Material sitzt später nicht dort, wo Sie ihn gesetzt haben.
Von der Rückseite anzeichnen
Drehen Sie die Bahn um und zeichnen Sie die Schnittlinie auf dem Rücken an. Auf der Rückseite sehen Sie die Stichreihen als klare Linien. Daran richten Sie sich aus.
Zwischen zwei Stichreihen ansetzen
Setzen Sie das Hakenmesser genau zwischen zwei Reihen an, nicht mittendurch. Wer eine Reihe zerschneidet, verliert Halme, und die Kante franst aus.
In mehreren flachen Zügen schneiden
Ziehen Sie das Messer mehrmals mit leichtem Druck an der Richtlatte entlang, statt einmal mit Kraft durchzudrücken. Das gibt eine gerade Kante und schont die Klinge.
Fabrikkante entfernen
Schneiden Sie an jeder Stoßkante die äußeren zwei bis drei Stichreihen ab. Sie sind nicht gleichmäßig getuftet. Bleiben sie stehen, sieht man die Naht später.
Kante prüfen und aufbürsten
Legen Sie die Teile zusammen und bürsten Sie quer über die Kante. Erst danach lässt sich beurteilen, ob der Schnitt sitzt: Vorher sieht jede frische Kante schlecht aus.
Häufige Fragen
Womit schneidet man Kunstrasen?
Mit einem Hakenmesser. Die gebogene Klinge zieht sich durch das Trägergewebe, statt darüber wegzurutschen. Ein normales Cuttermesser geht auch, stumpft aber schnell ab und läuft leichter in eine Stichreihe hinein.
Schneidet man von oben oder von unten?
Immer von der Rückseite. Von oben sehen Sie die Stichreihen nicht und schneiden zwangsläufig Halme mit ab. Auf der Rückseite liegen die Reihen als gerade Linien vor Ihnen.
Muss die Fabrikkante wirklich weg?
An jeder Kante, die an eine andere Bahn stößt, ja. Die äußeren zwei bis drei Stichreihen sind nicht gleichmäßig getuftet. Bleiben sie stehen, entsteht an der Naht eine Lücke mit sichtbarem Rücken.
Wie schneidet man um einen Baum oder einen Ablauf?
Legen Sie die Bahn über das Hindernis, drücken Sie sie an und schneiden Sie von oben einen Kreuzschnitt bis in die Mitte. Dann Stück für Stück von der Rückseite nachschneiden, bis die Öffnung passt. Lieber zweimal nachschneiden als einmal zu groß.
Wie schneidet man eine Rundung?
In vielen kurzen geraden Schnitten statt in einem Bogen. Zeichnen Sie die Rundung mit einem Schlauch oder Seil an, übertragen Sie sie auf die Rückseite und arbeiten Sie sich in Abschnitten von wenigen Zentimetern vor.
Wie viel Zugabe soll ich lassen?
An festen Rändern wie Mauern und Terrassenkanten fünf bis zehn Zentimeter, die Sie am Schluss passgenau abschneiden. Zu knapp geschnitten lässt sich nicht korrigieren, zu großzügig schon.




