PE (Polyethylen) ist das weichere Material und bildet die sichtbaren, geraden Halme. PP (Polypropylen) ist steifer und sitzt meist als gekräuseltes Garn darunter, wo es die Halme stützt. Die Frage „PE oder PP“ ist deshalb selten ein Entweder-oder – 14 der 24 Qualitäten in unseren Musterkarten enthalten beides.
PE: die Halme, die man sieht und anfasst
Polyethylen ist weich, hat eine matte Oberfläche und lässt sich zu unterschiedlichen Halmformen ziehen. In den technischen Daten stehen dafür Bezeichnungen wie Monofilament gerade, C-Shape, Diamond-Shape oder Multi shape – das beschreibt den Querschnitt des Halms.
Diese Form ist kein Marketing. Ein Halm mit C- oder Diamantprofil ist in Längsrichtung steifer als ein runder und richtet sich nach Belastung schneller wieder auf, ohne dass er härter werden muss. Der Relax 50 ist genau so gebaut: C-Shape-PE für die Halme, PP für das Kräuselgarn.
PP: das Kräuselgarn, das die Halme stützt
Polypropylen ist härter und weniger elastisch als PE. Als Halm wäre das ein Nachteil – die Fläche fühlte sich rau an. Kurz geschnitten und gekräuselt, zwischen die langen Halme eingenäht, wird aus dem Nachteil der Zweck: Das steife Garn drückt die weichen PE-Halme von unten nach oben.
Auf Musterkarten heißt diese Schicht Monofilament gekräuselt, im Fachhandel oft Thatch. Sichtbar ist sie als kurze, gewellte Fasern in Braun oder Hellgrün zwischen den Halmen. Sie ahmt die vertrocknete Schicht nach, die in echtem Rasen am Boden liegt – und ist gleichzeitig der Grund, warum ein Rasen mit Kräuselgarn nach Jahren noch steht.
Reines PP: der kurzflorige Sonderfall
Eine Qualität in unseren Musterkarten besteht vollständig aus Polypropylen: Eventrasen B1, mit 6 mm Florhöhe und 880 g/m². Das ist kein Gartenrasen, sondern ein Messebelag. Bei 6 mm Flor gibt es keine Halme, die gestützt werden müssten, und die Härte von PP spielt keine Rolle, weil niemand barfuß darauf läuft.
Wer also liest, ein Kunstrasen bestehe „aus Polypropylen“, sollte auf die Florhöhe schauen. Bei 6 mm ist das die richtige Wahl. Bei 40 mm wäre es keine.
PA: der Sonderfall Golf
Polyamid ist das dritte Material, das gelegentlich vorkommt. Es ist abriebfester als PE und PP, dafür teurer und deutlich härter. In unseren Musterkarten hat genau eine Qualität PA-Garn: Golf Neu, 14 mm Flor, 79.800 Stiche pro m², gedacht für Puttinggreens.
Was in unseren Qualitäten steckt
Über alle 24 Musterkarten verteilt:
- 14 Qualitäten kombinieren PE-Halme mit PP-Kräuselgarn – darunter der Chill 2.0, der Ultrasoft, der Präsident und der Exzellenz
- 4 Qualitäten setzen ausschließlich auf PE, etwa der Naturel 2.0 und der London Neu
- 2 Qualitäten verwenden texturiertes PE-Garn (Allplay und Allplay Farbig)
- 1 Qualität besteht vollständig aus PP (Eventrasen B1)
- 1 Qualität verwendet PA (Golf Neu)
Reines PE ohne Kräuselgarn ist dabei kein Mangel. Der Naturel 2.0 erreicht seine Standfestigkeit über die Stichzahl – 25.200 pro m² – statt über eine Stützschicht. Es sind zwei Wege zum selben Ziel.
Woran Sie es am Muster erkennen
Ziehen Sie die langen Halme mit den Fingern auseinander und schauen Sie zwischen sie. Kurze, gewellte Fasern in Braun oder Hellgrün bedeuten PP-Kräuselgarn. Sehen Sie nur lange Halme und darunter direkt den Rücken, ist es eine reine PE-Konstruktion – dann sollte die Stichzahl entsprechend hoch sein.
Das exakte Material steht bei jedem Produkt in den technischen Daten. Für den Vergleich in der Hand schicken wir Ihnen kostenlos eine Musterbox.
Weiterlesen
- Was bedeuten Stiche pro m²? – warum reines PE eine hohe Stichzahl braucht
- Welche Florhöhe brauche ich? – warum Material und Florhöhe zusammengehören
- Was bedeutet UV-stabilisiert bei Kunstrasen? – wie beide Materialien gegen Sonne geschützt werden
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PE und PP bei Kunstrasen?
PE (Polyethylen) ist das weichere Material und wird für die geraden, sichtbaren Halme verwendet. PP (Polypropylen) ist steifer und kommt meist als gekräuseltes Garn zum Einsatz, das zwischen den Halmen sitzt und sie aufrecht hält. Die meisten guten Gartenqualitäten enthalten beides.
Ist PE besser als PP?
Für die Halme ja, für die Stützschicht nein. PE fühlt sich weicher an und sieht natürlicher aus. PP ist härter und würde als Halm unangenehm wirken – als Kräuselgarn unter den Halmen ist genau diese Steifigkeit aber der Zweck. Ein reiner PP-Rasen ist deshalb typischerweise ein kurzfloriger Messebelag, kein Gartenrasen.
Was ist Kräuselgarn oder Thatch?
Das sind die kurzen, gewellten Fasern zwischen den langen Halmen, meist in Braun oder Hellgrün. Sie ahmen die vertrocknete Schicht in echtem Rasen nach und halten gleichzeitig die langen Halme aufrecht. Ohne dieses Garn würde sich der Flor deutlich schneller legen.
Wofür wird Polyamid (PA) bei Kunstrasen verwendet?
Für Spezialflächen mit extremer Belastung, vor allem Puttinggreens. Polyamid ist abriebfester als PE und PP, aber teurer und härter. In unseren Musterkarten hat genau eine Qualität PA-Garn: Golf Neu, mit 14 mm Flor und 79.800 Stichen pro m².
Woran erkenne ich am Muster, welches Material verbaut ist?
An den kurzen, gekräuselten Fasern zwischen den Halmen: Wo sie vorhanden sind, steckt in der Regel PP-Kräuselgarn drin. Die langen, geraden Halme sind fast immer PE. Genau steht es in den technischen Daten jeder Produktseite unter „Material“.




