Wie schwer sollte guter Kunstrasen sein?
Für Gartenflächen sind 2.000 bis 3.000 Gramm pro Quadratmeter ein guter Bereich. Das Gewicht allein sagt aber weniger aus, als es scheint: Es verrät, wie viel Material verarbeitet wurde – nicht, ob dieses Material in Höhe oder in Dichte gesteckt wurde.
Was gewogen wird
Die Angabe in g/m² umfasst alles: das Garn der Halme, das Kräuselgarn darunter und den Rücken, in den beides eingenäht ist. Unsere Musterkarten führen dafür genau eine Zahl, ohne Aufteilung in Pol- und Gesamtgewicht. Deshalb steht in unseren technischen Daten schlicht Gewicht – wir ordnen die Zahl nicht einer Größe zu, die auf der Karte gar nicht ausgewiesen ist.
Die Spanne in unseren Musterkarten
Von 880 g/m² (Eventrasen B1, ein 6 mm kurzer Messebelag) bis 3.427 g/m² (Luxor, 65 mm Flor). Dazwischen die üblichen Gartenqualitäten:
- der Ibiza – 1.015 g/m² bei 23 mm Flor
- der Discovery 2.0 – 2.145 g/m² bei 37 mm
- der Naturel 2.0 – 2.520 g/m² bei 40 mm
- der Exzellenz – 2.594 g/m² bei 48 mm
- der Ultrasoft – 2.867 g/m² bei 33 mm
- der Präsident – 3.187 g/m² bei 52 mm
Warum identisches Gewicht nichts über Gleichheit sagt
Zwei Qualitäten in unserem Sortiment wiegen exakt gleich viel: der Luna und der Präsident, beide 3.187 g/m². Weiter auseinander könnten sie kaum liegen.
| der Luna | der Präsident | |
|---|---|---|
| Gewicht | 3.187 g/m² | 3.187 g/m² |
| Florhöhe | 38 mm | 52 mm |
| Stiche pro m² | 23.100 | 15.750 |
Beim Luna steckt das Material in der Dichte: kürzere Halme, dafür fast 50 % mehr Einstiche. Beim Präsident steckt es in der Länge: ein deutlich höherer Flor bei geringerer Dichte.
Für einen Garten, in dem Kinder spielen, ist der Luna die praktischere Wahl. Für eine Ziervorgartenfläche, die vor allem gut aussehen soll, der Präsident. Das Gewicht allein hätte Ihnen davon nichts verraten.
Richtwerte nach Einsatz
- unter 1.500 g/m² – kurzfloriger Event-, Messe- und Deko-Belag
- 1.500 bis 2.000 g/m² – Einstiegsqualitäten, Balkon, wenig begangene Flächen
- 2.000 bis 3.000 g/m² – der übliche Bereich für Gartenflächen
- über 3.000 g/m² – hoher Zierflor oder sehr dichte Premiumqualitäten
Die praktische Seite: Transport und Verlegen
Das Gewicht pro Quadratmeter ist auch eine Planungsgröße. Eine Bahn von 4 m Breite und 5 m Länge sind 20 m². Bei 3.000 g/m² wiegt dieses Stück rund 60 Kilogramm – zusammengerollt, unhandlich und nicht durch ein Treppenhaus zu tragen.
Zwei Konsequenzen: Planen Sie das Verlegen zu zweit, und prüfen Sie vorher den Weg zur Fläche. Bei einem Balkon im dritten Stock ist die 2-Meter-Rolle nicht nur wegen des Zuschnitts die bessere Wahl.
Weiterlesen
- Was bedeuten Stiche pro m²? – die Zahl, die das Gewicht erst interpretierbar macht
- Welche Florhöhe brauche ich? – der zweite Faktor hinter dem Gewicht
- Alle Qualitäten im Vergleich – Gewicht, Florhöhe und Stichzahl nebeneinander sortierbar
Häufige Fragen
Wie viel sollte Kunstrasen pro m² wiegen?
Für Gartenflächen liegen brauchbare Qualitäten zwischen etwa 2.000 und 3.000 g/m². Darunter wird die Fläche dünn, darüber zahlen Sie meist für zusätzliche Florhöhe statt für mehr Dichte. Kurzflorige Event- und Sportbeläge liegen naturgemäß niedriger.
Was wird beim Gewicht mitgewogen?
Das Gesamtgewicht umfasst Garn und Rücken zusammen. Unsere Musterkarten führen genau eine Gewichtsangabe ohne Aufteilung, deshalb steht in unseren technischen Daten schlicht „Gewicht“ – und nicht Polgewicht, das dort nicht ausgewiesen ist.
Bedeutet mehr Gewicht bessere Qualität?
Nicht zwangsläufig. Gewicht entsteht sowohl durch Dichte als auch durch Florhöhe. Ein hoher, offener Rasen kann genauso schwer sein wie ein kurzer, sehr dichter – die beiden verhalten sich im Garten völlig unterschiedlich. Lesen Sie das Gewicht immer zusammen mit Florhöhe und Stichzahl.
Wie schwer ist eine Rolle Kunstrasen?
Rechnen Sie mit dem Gewicht pro m² mal der Fläche. Eine Bahn von 4 m Breite und 5 m Länge wiegt bei 3.000 g/m² rund 60 kg. Das ist kein Gewicht, das eine Person allein über eine Treppe trägt – planen Sie beim Verlegen zu zweit.
Warum geben manche Anbieter nur das Gewicht an?
Weil es die Zahl ist, die am größten klingt. Vierstellige Grammangaben wirken beeindruckend, ohne zu verraten, ob das Material in Höhe oder in Dichte gesteckt wurde. Erst zusammen mit der Stichzahl wird daraus eine Aussage.



